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Tiefsinnige Meditation

Fotos 

Musik, Bild und Text. Jede dieser Ausdrucksweisen menschlicher Empfindungen, Gedanken Wahrnehmungen kann ein Kunstwerk schaffen. Es gibt unzählige davon. Das Ehepaar Jeannette und Volker Spiegel hat am Freitagabend in der Kottingwörther Pfarrkirche mit ihrem meditativen audiovisuellen Vortrag eine Kombination, eine Symbiose, dieser drei Ausdrucksweisen versucht, um die Zuschauer und zugleich Zuhörer anzuregen, den Einklang, die Harmonie, zwischen ihnen zu suchen, zu finden.

Ausgehend von tiefsinnigen Texten von Ottokar Wagner aus Greding, vorgetragen von Jeannette Spiegel, nahmen die Fotos und die ausgewählten Highlights klassischer Musik  auf deren Aussagen Bezug. Im Mittelpunkt stand dabei die Natur und indirekt der Mensch. Immer wieder wurden seine Bauwerke, oft Kirchen, Klöster und christliche Kunstwerke, mit einbezogen, aber auch er selbst als Teil der Natur.

„Trink dieses Land mit all deinen Sinnen!“, fordert ihn ganz zu Anfang ein Text auf. Orgelmusik, kirchlicher Fensterschmuck aus farbenprächtigen Glasmalereien und eindrucksvolle Naturbilder nehmen sodann alle Sinne gefangen und verschmelzen zur angestrebten Harmonie. Weitläufige Landschaftsaufnahmen wechseln mit Fotografien von Details: ein sich verzweigender Ast, ein paar Blätter, eine Silberdistel, eine Kerzenflamme. Der Mensch soll nicht nur das Offensichtliche wahrnehmen, sondern sich auch auf das Unscheinbare einlassen. Genau hinsehen, das schärft die Sinne, steigert die Wertschätzung.

Aber nehmen wir uns die Zeit dafür? Nehmen wir nur die Blütenpracht und die imposante Gebirgslandschaft wahr und lassen uns nur davon beeindrucken, übersehen so vieles in unserer schnelllebigen Zeit? Der Text „Jahre“ thematisiert das Dahinrauschen der Zeit. Absichtlich verschwommene Aufnahmen von dahineilenden Großstadtmenschen, vom Verkehr und ein Werbeplakat werfen solche Fragen auf.

Der Mensch soll sein Leben und die Schönheit der Natur genießen. Das suggerieren Fotos von Ausflügen, Freizeitvergnügen und die beschwingte Musik. Andererseits verstören das Kettenkarussell, das Riesenrad. Alles dreht sich im Kreis, der Mensch mittendrin. Dann die Zeiger von Uhren: Fünf vor zwölf! Eine Stimme zählt die Sekunden herunter: „Zero.“ Der Text „Zeit“ verdeutlicht deren Unerbittlichkeit, das Ende. Niemand kennt das Wann und das Danach. Die Antwort findet das Ehepaar im christlichen Schöpfergott, im Vaterunser, mit dem die Meditation endet.

Sicherlich, die über 30 Besucher werden in der hier nur angerissenen Vielzahl der musikalischen und bildlichen Motive noch ganz andere Assoziationen erlebt haben. Nicht immer waren die Bezüge aufeinander ohne Weiteres nachvollziehbar, blieben im Unklaren, regten zu Fragen an. Aber ist das nicht die Aufgabe von Kunst?

Dem großzügigen Ehepaar Spiegel reichten der Applaus und die Dankesworte für ihr aufwendiges, eindrucksvolles Meditationsangebot. Die freiwilligen Spenden der Besucher kommen der Restaurierung der Filialkirche in Grögling zugute.

Foto:

Mesner Xaver Meyer (von links) und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Gabi Eibner bedankten sich beim Ehepaar Spiegel für ihren unentgeltlichen audiovisuellen Vortrag

   
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