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„Ihr müsst einmal unser neues Feuerwehrauto fahren!“

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Jetzt hat auch Kottingwörth eine Kinderfeuerwehr, und zwar als erste Wehr der Großgemeinde. Derzeit gehören ihr 10 Buben und Mädchen an. Auch auf Landkreisebene gehört das Projekt mit zu den ersten, denn wie zu erfahren war, gibt es bisher nur in Lenting und  Kipfenberg eine Kinderfeuerwehr. Als nächste könnten wohl Hirschberg und Beilngries folgen, wo es ernsthafte Absichten geben soll.

Dementsprechend groß waren das Lob und die Anerkennung für das Engagement der Kottingwörther Wehr. Bei der Begrüßung bezeichnete Vorsitzender Josef Waltl die Gründung nach der Zusage für ein neues Feuerwehrauto als „weiteres Highlight im Jahreskalender“ . Er und Kommandant Martin Beckenbauer wussten, bei wem sie sich in erster Linie zu bedanken hatten: Ohne das Engagement der beiden Aktiven Viktoria Schmidt als Leiterin  und Matthias Schneider, zuständig für die technische Unterstützung, wäre aus dem Projekt nichts geworden.

Am Samstagnachmittag wurde im Kottingwörther Feuerwehrhaus der offizielle Akt vollzogen. In Anwesenheit des Feuerwehrbeauftragen der Stadt, Roland Bachhuber, von  Kreisbrandmeister Christoph Schermer, Ortssprecherin und Stadträtin Brigitte Frauenknecht sowie von  Annika Köppel und Franziska Sohmen, beide von der Feuerwehr Kipfenberg als Vertreter der Kreisjugend-Feuerwehr anwesend, überreichte Kreisbrandinspektor Forster die Gründungsurkunde.

Er bedankte sich bei der Kottingwörther Feuerwehr insgesamt und insbesondere bei Viktoria Schmidt für das Bemühen, Kinder, die heutzutage so viele Ablenkungen erfahren und oft lieber anderen Interessen nachgehen, an die Wehr heranzuführen und für den späteren aktiven Dienst zu gewinnen. Er betonte ausdrücklich, dass die Kinder bei den entsprechenden Aktivitäten versichert sind. Dabei gab er den klugen Rat, bei allen Aktivitäten, auch bei Besichtigungen oder sonstigen gemeinsamen Unternehmungen außerhalb der eigentlichen Hinführung zur Feuerwehrausbildung, immer die Eltern miteinzubeziehen.

Roland Bachhuber bat die anwesenden Eltern um Unterstützung. „Die Jugend ist unser Zukunftspotenzial“, betonte er. Er mahnte zugleich, dass sich im Landkreis die Zahl der Aktiven jährlich um 150 Personen vermindere. Das sei ein alarmierender Tatbestand, deshalb sei es wichtig, dass mit der Gründung von Kinder- und Jugendfeuerwehren ein Gegentrend in Gang gesetzt werde. Die Stadt sei sehr froh, dass dies nun auch in Kottingwörth geschehe. Er gratulierte dazu ausdrücklich auch im Namen von Bürgermeister Alexander Anetsberger, der einen anderen Termin wahrnehmen müsse. Als Dank für das Engagement sei die Kinderfeuerwehr von der Stadt zu einem Eisessen eingeladen.

Auch Brigitte Frauenknecht ergriff das Wort und bedankte sich besonders bei den beiden Leitern, Viktoria Schmidt und Matthias Schneider. Sie sei stolz, dass Kottingwörth die erste Kinderfeuerwehr in der Großgemeinde ins Leben gerufen habe. In idealer Weise würden hier zwei wichtige Pole miteinander vereint: Spaß und Verantwortung. Dazu wünschte sie Freude und eine glückliche Hand. Kommandant Martin Beckenbauer schloss sich den Worten der Vorredner an und betonte, dass gerne noch mehr Kinder und Jugendliche dazukommen können. Sie seien hochwillkommen und werden für die Zukunft gebraucht: „Ihr müsst einmal unser neues Feuerwehrauto fahren!“

Die Anfänge der Kottingwörther Kinderfeuerwehr gehen auf den 22. April 2017 zurück. Zur ersten angebotenen Übung waren drei Kinder erschienen. Inzwischen haben Viktoria Schmidt und Matthias Schneider mit viel Geschick und Fantasie 10 Kinder gewinnen können. Der Ergotherapeutin kommen dabei sicherlich ihre beruflichen Erfahrungen im Umgang mit Kindern zugute. Dies zeigte sich sehr schnell bei den dargebotenen Übungen und Spielen, wobei die  Kinder den interessierten Eltern und Gästen zeigen konnten, was sie schon in Theorie und Praxis gelernt haben. Anschließend traf man sich noch im Feuerwehrhaus zu einem Gedankenaustausch bei Kaffee und Kuchen.

In den rund 12 Monaten seit dem Auftakt haben sich die Kinder mit ihren Ausbildern etwa alle vier bis sechs Wochen je eine Stunde lang getroffen. Kinder ab acht Jahren aus Kottingwörth und Leising können gerne in noch größerer Zahl mitmachen. Interessenten sollten sich bei Kommandant Martin Beckenbauer oder Viktoria Schmidt melden. Ihr ist es wichtig, dass Wissen und Können spielerisch und in jeder Form kindgerecht vermittelt werden. Nicht zuletzt sollen die Kinder dabei soziale Kompetenzen erwerben und ihr Selbstbewusstsein stärken. So hat nicht nur die Allgemeinheit einen offensichtlichen Nutzen von der Feuerwehr, sondern letztlich auch jeder einzelne Aktive.

 

   
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