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Kottingwörther Wehr setzt auf bessere Ausrüstung und Nachwuchsförderung

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In seinem ersten Amtsjahr hat Josef Waltl, der 1. Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Kottingwörth, einiges angeschoben: 2018 wird wohl erstmals ein Feuerwehrauto angeschafft und eine Jugend- und Kinderfeuerwehr aufgebaut. Neben den Rechenschaftsberichten standen unter anderem auch diese Themen zusammen mit Satzungsänderungen auf der Tagesordnung der ordentlichen Jahresversammlung am vergangenen Samstag.

 

Ehrungen

Waltl konnte unter den 30 Anwesenden auch Ortssprecherin  und Stadträtin Brigitte Frauenknecht sowie Kreisbrandmeister Christoph Schermer begrüßen. Zusammen mit dem Vorsitzenden und 1. Kommandanten Martin Beckenbauer nahm Letzterer auch die Ehrung von Engelbert Steinl für 25 Jahre aktiven Dienst bei der Ortsfeuerwehr vor. In diesem Zusammenhang wurde auch an die im Laufe des Jahres vorgenommenen Ehrungen von Anton Eckerle für ebenfalls 25 Jahre aktiven Dienst beim Florianstag in Oberndorf und von Josef Schneider für 40 Jahre uneigennützigen Einsatz für die Allgemeinheit im Spiegelsaal der Eichstätter Residenz erinnert.

Bericht des 1. Vorsitzenden

„In meinem ersten Jahr ist relativ viel passiert“, leitete Josef Waltl seinen Rechenschaftsbericht treffend ein und bedankte sich zugleich für die große Unterstützung für den „Anfänger“ durch die Vorstandsmitglieder, vor allem durch den 1. Kommandanten Martin Beckenbauer, den „Motor der Kottingwörther Feuerwehr“. Er erinnerte an zahlreiche Aktivitäten, unter anderem an das Christbaumaufstellen in der Dorfmitte, die Beteiligung an der Stodl-Weihnacht und am Ball der Vereine, an die Christbaumversteigerung, das Schafkopfrennen, die außerordentliche Mitgliederversammlung wegen der Anschaffung eines Feuerwehrautos, die Teilnahme am Florianstag, die Maiwanderung, das Vereinsessen mit Ehrungen sowie an verschiedene Termine bei der Stadtverwaltung und beim Bürgermeister wegen der Anschaffung des neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs (TSF).

Auf den letzten Punkt ging der Vorsitzende noch näher ein. Auslöser sei der desolate Zustand des bisherigen, von einem Traktor gezogenen Anhängers für die Spritze gewesen, der auch bei der Inspektionsübung beanstandet worden war. Nach längeren Diskussionen mit der Stadtverwaltung habe man schließlich beim Bürgermeister und Stadtrat Gehör gefunden und ein Finanzierungsmodell vereinbart: Nach Abzug des 23000 Euro-Zuschusses  vom Freistaat Bayern werden die restlichen Kosten zu jeweils 50% von der Stadt und vom Verein getragen, wobei eine Obergrenze festgelegt worden sei.

Inzwischen habe man sich mehrere infrage kommende Fahrzeuge angeschaut, unter anderem von benachbarten Feuerwehren. Dabei sei insbesondere das TSF der Wehr von Hüttenhausen sehr positiv aufgenommen worden. Wenn man sich mit der Stadt über die Fahrzeugausrüstung einig sei, werde die Verwaltung eine Ausschreibung veröffentlichen. Ziel sei, dass das neue TSF noch im Jahr 2018 im Feuerwehrhaus steht.

Bericht des 1. Kommandanten

Kommandant Martin Beckenbauer und seine 58 Aktiven (inclusive Jugend-Feuerwehr) begrüßen natürlich dieses Bestreben der Vorstandschaft. Nach der Belehrung über die Unfallverhütungsvorschriften (UVV) mithilfe von Skripten blickte der Kommandant auf die 11 Einsätze seit der letzten Jahresversammlung zurück. Beim Waldbrand im März habe man großes Glück gehabt, dass weitgehende Windstille vorherrschte, sonst hätten die 20 Kottingwörther Aktiven und diverse Nachbarwehren mit weit schlimmeren Auswirkungen zu kämpfen gehabt. Bei den technischen Hilfeleistungen seien die 16 Einsatzkräfte vor allem bei dem tödlichen Verkehrsunfall bei Leising großen psychischen Belastungen ausgesetzt gewesen. Wie man am besten damit umgeht, wurde bei einer Fortbildungsveranstaltung im Feuerwehrhaus mit Fachleuten eingehend besprochen (wir berichteten). Gut ausgegangen sei auch die Bergung eines KFZ aus der Altmühl unterhalb der Brücke, bei der sich der zufällig vorbeikommende Hautarzt Michael Mathis und die 15-jährige Schülerin Selina Hüller als mutige Lebensretter ausgezeichnet hätten. Neben diversen Übungen habe auch eine Einweisung in den Digitalfunk für 13 Aktive stattgefunden. Auf die erfolgreiche Leistungsabnahme Ende September habe man sich mit 18 Übungseinheiten vorbereitet.

Daneben seien neun neue Helme gekauft worden. Beckenbauer äußerte auch die Hoffnung, dass von der Stadt noch zwei zusätzliche Funkgeräte finanziert werden. Er betonte, dass diese und weitere zeitaufwendigen Aktivitäten von der Kottingwörther Wehr und allen anderen Freiwilligen Feuerwehren ehrenamtlich von Freiwilligen zum Wohl der Allgemeinheit ausgeübt würden, wessen sich alle bewusst sein sollten.

Jugend- und Kinderfeuerwehr

Zum Jugendfeuerwehrwart sei der 2. Kommandant Patrick Muschaweck berufen worden, der anschließend von seinen Tätigkeiten berichtete. Acht männliche und sechs weibliche Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren  haben an sechs Übungen, darunter der Großübung in Biberbach, teilgenommen. Demnächst werden ihnen die neuen Jugendschutzanzüge zugeteilt. Außerdem ist in Kottingwörth seit einigen Monaten eine Kinderfeuerwehr im Aufbau. Als Beauftragte für die Acht- bis Zwölfjährigen hat sich Viktoria Schmidt zur Verfügung gestellt. Sie blickte auf das erste Treffen am 22. April und auf vier weitere spielerische Übungen zurück. Bisher hätten sich fünf Buben und zwei Mädchen zu den Treffen, die monatlich angestrebt werden, eingefunden und mit großem Interesse mitgemacht. Es gebe inzwischen eine offizielle Zusage der Stadt, dass die Kinder bei einer Übung über die Gemeindeunfallversicherung abgesichert seien. Beide Nachwuchsorganisationen stehen natürlich für weitere Interessenten offen. Kommandant Beckenbauer wies darauf hin, dass eine Aufnahme grundsätzlich mit einem Mindestalter von sechs Jahren möglich sei. Die offizielle Gründung der Kinderfeuerwehr stehe noch aus.

Kassenbericht und Entlastung

Beckenbauer wies zudem auf einen Motorsägenlehrgang  ausschließlich für Frauen im Herbst 2018 in Lenting hin. Außerdem informierte er, dass Mitglieder anderer Wehren auch bei der Feuerwehr Beilngries, bei der er sich erneut für die sehr gute Zusammenarbeit bedankte, parallel Dienst leisten könnten. Die Kassenprüfer Günter Eibner und Johannes Regnath bescheinigten der Kassenführerin Andrea Mehringer eine einwandfreie Buchführung, sodass die Vorstandschaft einstimmig entlastet wurde.

Satzungsänderungen

Die angestrebten Satzungsänderungen wurden einstimmig beschlossen, einzelne Neuanträge zurückgestellt. So wird die bisherige Altersbeschränkung von 12 Jahren aufgehoben. Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehr gelten als „außerordentliche Mitglieder“. Bei Beschlussfassungen einer Mitgliederversammlung wird  das Stimmrecht von 16 auf 14 Jahre herabgesetzt. Die Beitragsfrage für Kinder und Jugendliche muss noch geklärt werden. Gleiches gilt für die Frage, ob für die Aktiven neben der bestehenden Gemeindeunfallversicherung der Verein eine spezielle Unfallversicherung abschließen soll.

Außerdem: Wer trägt die Werbeprospekte aus?

Abschließend ging Ortssprecherin Brigitte Frauenknecht noch darauf ein, dass im Dorf keine Werbeprospekte mehr ausgeteilt werden. Wer dazu bereit ist, solle sich bei ihr melden. Sollte sich niemand finden, werde – als Notlösung - eventuell im Dorf ein Kasten zur Abholung aufgestellt.

   
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